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Daniel Vullriede, M.A , M.A.

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Forschungsprojekt: Zwischen Humanität, Schulbildung und Gottseligkeit - Eine Untersuchung zu Johann Gottfried Herders Pädagogik in ausgewählten Schulreden und Predigten während seiner Zeit als Generalsuperintendent von Sachsen-Weimar-Eisenach (1776-1803)

Zwar steht Johann Gottfried Herder in der Reihe des Weimarer Viergestirns nicht an erster Stelle, doch zeigt sich nach Jahrzehnten intensivierter Forschung, wie tiefgehend, facetten- und einflussreich sein Werk war. Auch die Pädagogik entdeckt ihn im Rahmen der anhaltenden Herder-Renaissance wieder neu als einen ihrer Klassiker, den es einerseits in seinem ideengeschichtlichen Kontext und andererseits anhand seiner zahlreichen Schriften zu verstehen gilt.

Das Dissertationsprojekt kombiniert Fragestellungen einer geisteswissenschaftlich orientierten Pädagogik und der kirchengeschichtlichen Aufklärungsforschung, d.h. untersucht werden sowohl Schulreden als auch Predigten, um Herder in seinem Selbstverständnis als Theologe und erst in zweiter Linie als Pädagoge zu verstehen.

Gerade in diesen Quellen (die im Gegensatz zu seinen großen Werken weniger gut erschlossen sind) musste Herder als Weimarer Generalsuperintendent und Hofprediger seine umfangreichen Theorien von der Welt, vom Menschen und dessen Bildung im kirchlichen bzw. schulisch-institutionellen Kontext konkret werden lassen.

Einem hermeneutisch-systematischen Ansatz folgend sollen die Primärquellen intensiv analysiert werden, (1.) um zentrale pädagogische und theologische Konzepte in Herders Reden herauszuarbeiten, (2.) um diese dann konstruktiv in Beziehung zu seinem Gesamtwerk zu setzen, und (3.) um darauf aufbauend von Herder angestoßene grundlagentheoretische Fragestellungen der Pädagogik zu erörtern.