Marcel Hauer


Marcel Scholz


Email: marcel.scholz@uni-bamberg.de


wissenschaftliches Profil

Marcel Scholz studierte Lehramt für Geschichte, Philosophie und Sport an der FSU Jena. Seine Examensarbeit verfasste er im Fach Nordamerikanische Geschichte mit dem Titel: "Deutsch-Amerikaner im Amerikanischen Bürgerkrieg - Zwischen Assimilation und ethnischem Sonderbewusstsein." Im Sommersemester 2013 war er Lehrbeauftragter am Lehrstuhl Historische Pädagogik und Erziehungsforschung. Seit dem Sommersemester 2016 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Universität Bamberg.

Forschungsprojekt

Globalisierung pädagogischer Theorien im 19. Jahrhundert.
Der Jenaer Herbartianismus im Erziehungsdenken der USA - Eine Studie zu interkulturellen Transfer- und Transformationsprozessen

Das Dissertationsprojekt beleuchtet eine Phase der wissenschaftlichen Entwicklung, die im zunehmenden Maße von Wissenschaftsrezeption im internationalen Kontext gekennzeichnet ist. Diese, seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert einsetzende Progression erfasste auch den Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften. In diesem Zusammenhang kann durchaus auch im Bereich der Pädagogik von einer Globalisierung verschiedener Theorien und Modelle gesprochen werden. Diese Entwicklung soll das Dissertationsprojekt beispielhaft am Herbartianismus und im Speziellen am Herbartianismus, wie er in Jena vertreten und gelehrt wurde, untersuchen. Die von Ziller in Leipzig und Stoy in Jena ins Leben gerufenen Pädagogischen Seminare hatten sich internationales Renommee erworben. Denn diese beiden Seminare waren die einzigen, die eine Verbindung von Theorie und Praxis gewährleisteten, da ihnen eine Übungsschule angeschlossen war. Rein als Schüler Stoys und Zillers übernahm in Jena nach dem Tode Stoys das ab 1886 einzige Seminar dieser Art. Auch in den Vereinigten Staaten waren sie nicht unbeachtet geblieben, so dass die McMurry Brüder im WS 1887/88 als erste Amerikaner am Seminar unter Rein teilnahmen und begeistert davon in die Vereinigten Staaten zurückkehrten. Herman T. Lukens und Charles C. van Liew sollten es ihnen im SS 1889 bzw. WS 1890 gleich tun und genau wie Frank McMurry zudem unter Rein promovieren. Auf diese Weise hielten die Ideen, Theorien und Konzeptionen des Herbartianismus in den pädagogischen Diskurs der USA Einzug, wurden verbreitet sowie den Entwicklungsvoraussetzungen angepasst. Die Bedeutsamkeit der pädagogischen Strömung sollte ihren Ausdruck in der Gründung des Herbart Clubs finden, der 1892 ins Leben gerufen wurde und später über mehrere Zwischenstationen zur National Society for the Scientific Study of Education wurde. Außerdem muss die besondere Stellung der Illinois State Normal University und ihres Präsidenten James W. Cook hervorgehoben werden. Da es nicht nur einen postalischen Kontakt zwischen Cook und Rein gab, sondern auch zumindest drei der vier Protagonisten an ihr ausgebildet wurden bzw. an ihr in leitenden Positionen wirkten. In diesem Zusammenhang soll es die Aufgabe der Dissertation sein am Beispiel des Pädagogischen Seminars zu Jena unter Prof. Wilhelm Rein und dem genannten Personenkreis, im Sinne eines, auf einem Wissenschaftleraustausch beruhenden, transatlantischen akademischen Transfers, die sich daraus ergebenden Transferleistungen sowie die damit einhergehenden Transformationsprozesse zu beleuchten.

Mitgliedschaften

  • Internationale Herbart Gesellschaft

Kurse und Seminare

  • SoSe 2016: Herbart und Reformpädagogik, Universität Bamberg
  • SoSe 2016: Einführung in die Erziehungswissenschaft I: Normen und Ziele der Erziehung und Bildung / Pädagogische Anthropologie , Universität Bamberg
  • SoSe 2016: Grundlagen der Bildung: Grundlagenseminar , Universität Bamberg
  • SoSe 2013: Seminar: Das Pädagogische Universitätsseminar unter Prof. Wilhelm Rein - 1886 bis 1923 , Universität Jena