Hiromi Kora
   

Hiromi Kora

Technische Universität Dortmund
Fakultät 12 Erziehungswissenschaft, Psychologie und Soziologie
Emil-Figge-Str.50, 44227 Dortmund

Email: hiromi.kora@tu-dortmund.de
 

wissenschaftliches Profil

Seit April 2019





Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Akademische Rätin auf Zeit)
Lehrstuhl für Systematische Erziehungswissenschaft und Methodologie der
Bildungsforschung an der technischen Universität Dortmund, Deutschland"







2012-2018
 
 
  Promotionsstudium der Pädagogik (Dr. phil.)
   
 
   
2011  
 
  Praktikum im Arbeitsbereich für Bildungsforschung und Bildungstheorie an der Universität Wien, Wien, Österreich
   
 
   
2011  
 
  Praktikum am interdisziplinären Zentrum für Pietismusforschung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle an der Saale
   
 
   
 2012  
 
  Masterarbeit zum Thema " 'Jugend' und 'Erziehung' bei S. Bernfeld und E. Spranger"
   
 
   
2009-2012  
 
  Masterstudium im Studiengang "Bildung-Kultur-Anthropologie" an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutschland
   
 
   
 2005-2009  
 
  Bachelorstudium der Geschichtswissenschaft an der Japan Women's University, Mejiro/Tôkyô, Japan
   
 
   
 2005  
 
  Abitur an der Seikei Privatoberschule, Kichijôji/Tôkyô, Japan

Forschungsprojekt

Das Verhältnis von Pädagogik und Anthropologie: Ein Interpretationsversuch über die Neubestimmung der Erziehung, der Kultur und des Menschen durch Erziehungsprozess anhand eines erziehungsphilosophischen Textes von Motomori Kimura

In meinem Dissertationsprojekt unternehme ich den Versuch, die Frage nach der Pädagogik als Wissenschaft in die Überlegungen zur heutigen Pädagogischen Anthropologie einzubeziehen. Diese Fragestellung führt zu einer Reflexion über die eventuell notwendige Neubestimmung der Prämissen von Erziehung und Bildung auf der praktischen Ebene, d. h. über das Verhältnis von Theorie und Praxis als dem Verhältnis von Mensch und Ding. Dabei soll das Verhältnis zwischen Anthropologie und Pädagogik vom Standpunkt der japanischen Erziehungsphilosophie Motomori Kimuras (1895-1946) aus analysiert werden.

Der heutige Forschungsbereich der auf einer Heuristik basierenden Pädagogischen Anthropologie, insbesondere vertreten von Christoph Wulf und Jörg Zirfas, fragt vor allem danach, wie (der) Mensch in einem bestimmten Moment 'pädagogisch' beschreibbar bzw. definierbar ist. Dabei kommt das folgende Problem ans Licht: Pädagogik gehört offensichtlich als eine Teildisziplin zur Anthropologie, oder besser gesagt als eine angewandte Methode der Anthropologie. Die Pädagogische Anthropologie orientiert sich im Prinzip an den Definitionen jeweiliger Perspektiven bzw. Wissensbestände über Erziehungs- und Bildungsphänomene aus unterschiedlichen Zeiten, Räumen und Menschenbildern auf der Grundlage unterschiedlicher Disziplinen. Somit sucht sie ständig nach ihren Möglichkeiten zur Bestimmung von Unbestimmtheit in der historisch-kulturellen Vielfalt menschlichen Lebens durch Erziehungs- und Bildungsprozesse. Demzufolge wird mit Bezug auf diese Eigenschaft als wissenschaftliche Disziplin die Pädagogische Anthropologie als eine Betrachtungsweise nicht (zumal hier bezogen auf geisteswissenschaftliche Pädagogik) pädagogischer, sondern menschlicher Phänomene unter methodisch und thematisch unterschiedlichen anthropologischen Perspektiven verstanden.

Kimura, ein Schüler der Kyôto-Schule, philosophierte bezüglich seiner Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Menschen, Kultur und Erziehung (ggf. auch Bildung) über das Verhältnis zwischen Pädagogik und Anthropologie. Hierbei lehnte er sich an das Gedankengut der Philosophie des deutschen Idealismus (vor allem Kant und Fichte). Seine Analyse zur Veranschaulichung des Verhältnisses von Pädagogik und Anthropologie zeigt uns einerseits eine Rezeptionsgeschichte der deutschen Philosophie in Japan, aber andererseits die folgende Grenze, welche vor allem, meiner Ansicht nach, wohl von den Unterschieden der (Schrift-)Sprache, der auf ihr basierenden Logik und der davon produzierten Gedanken ausgeht:
Die in eine andere Sprache interpretierte und übersetzte Beschreibung eines pädagogisch darstellbaren Phänomens ergibt sich doch als ein anderes sprachlich und geistig formuliertes Produkt trotz seiner von außen gemeinsam auszusehenden Merkmale für menschliches, soziales und kulturelles Verhalten (z. B. Körper, Sinne, Seele usw.).

Auch aus dieser Tatsache lässt sich außerdem offensichtlich feststellen, dass die von den Vertretern der heutigen Pädagogischen Anthropologie angewendete heuristische Herangehensweise unbewusst die (Schrift-)Sprache, aber auch die Erziehung(-sprozess), bloß als ein selbstverständlich und irgendwie schon uns bekanntes Mittel ansehen und solches lediglich für die Bestimmung von Unbestimmtheit des Menschen bezwecken wollen.

Um dieses Problem präzise untersuchen und beweisen zu können, wird Textlinguistik als hermeneutische Methode in dieser Arbeit verwendet. Denn diese Methode hilft uns, die Änderung der folgenden Begriffe Erziehung, Kultur und Mensch in einem Text systematisch nachzuvollziehen, daraus den Erziehungs- und Bildungsprozess zu folgern und letztendlich auch die heutige Relevanz für die wissenschaftliche Position der (geisteswissenschaftlichen) Pädagogik zu begründen.

Diese Herangehensweise führt somit dazu, das Verhältnis zwischen Pädagogik und Anthropologie zu veranschaulichen und darauf eine Antwort zu geben, wozu Pädagogik als Wissenschaft dienen kann.

Aktuelle Forschung

  • Bildungstheorie
  • Erziehungsphilosophie
  • Bildung und Erziehung in Japan seit der Moderne
  • Pädagogik und Anthropologie
  • Religion und Erziehung in Japan seit der Moderne
  • Textlinguistik

Publikationen

  • Kora, H. (2018): Motomori Kimura- Ein in Vergessenheit geratener japanischer Klassiker für die Pädagogik als Wissenschaft: Pädagogik als Vergegenwärtigung einer Art von Wissenschaft, die den zu vereinheitlichenden Dialog von Erziehung und Bildung sowie Natur und Kultur pflegt (Dissertationsschrift)(Vorbereitung)
  • Kora, H./Ishii, T. (2015): A Japanese thought on the notion of life based on moral education. Systematic analysis of the relation between education and life by Sukeichi Shinohara's writings. (in japanischer Sprache), In: Institute of Living Science Bunkyo University: Seikatsukagaku kiyô, No.37, S. 135-144.
  • Mitarbeit am Themenheft Schwerpunkt Erasmus von Rotterdam: In: Wermke, M./ Leppin. V. (Hrsg.)(2011): Lutherisch - Was ist das? Eine Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I, Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht, S. 55-62.
  • Kora, H. (2012): Rezension zu Toshio Ito (Kojitachi no Chichi Furanke. Ai no Fukushi to Kyōiku no Genten [A.H. Francke, Waisenvater. Ursprung der Wohlfahrt und Erziehung], Tokyo: Verlag Shueisha 2000), In: Pietismus und Neuzeit, Band 38, Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht, S. 291-295.
  • Kora, H./Hasegawa, K. (2012): Pietismus-Bibliographie (Japan), In: Pietismus und Neuzeit, Band 38, Göttingen: Vandenhoeck&Ruprecht, S. 319-331.

Vorträge

  • Kora, H. (2016): The Discussion of Religious Education in Japan's PublicSchools in the 20th Century An interdisciplinary symposium in theological, economical, sociological, cultural and political science and jurisprudential perspective (in englischer Sprache), Evangelische Akademie Loccum, Deutschland"
  • Kora, H. (2015): Further Consideration about the relationship between pedagogy and anthropology viewed from Japanese philosophy of education
    Belgrade International Conference on Education 2015, am 24. Okt 2015, Belgrad, Serbien.
  • Kora, H. (2015):What is the religious education for development of religious beliefs beyond denomination? A systematical analystic viewed from the Liberal Education Movement in Japan (in  japanischer Sprache), WEF International Education Forum 2015, am 7 Jun 2015 , Tamagawa Universität, Japan
  • Kora, H. (2015): The relation between Pedagogy and Anthropology: An interpretation for the new meaning of human beings operated by educational process (in der englischen Sprache), Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology (im Sep 2015 at the University of Cologne)

Übersetzungen

  • Die Schule als Ort sozialen Lernens (School as a Place for Social Learning) Dolmetscherin beim zweiten Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe "Geschichte und Gegenwart der Reformpädagogik" von Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz (Tamagawa Universität, Japan)