Max Luo-Xiang Chen
       

Dr. Max Luo-Xiang Chen


Email: fremdemax@gmail.com
Tel. Nr. : +886 953 606099

wissenschaftliches Profil


  • 08.2015 - 07.2016 Post-Doktorand an der National Taiwan Normal University. Das entsprechende Projekt Humanistic Knowledge Relay (HKR), das von Bildungsministerium Taiwan unterstützt ist, wird durch das Institut für Moderne Geschichte an der Academia Sinica organisiert.
  • 09.2014 - 01.2015 Ansprechpartner in Deutschland für die Fachzeitschrift Bulletin of Educational Resources and Research, National Academy for Educational Research (Taiwan)
  • 08.2014 - 01.2015 Ansprechpartner in Jena für Department of International and Comparative Education, National Chi Nan University (Taiwan)
  • 10.2010-1.2015: Doktorand bei Prof. Dr. Michael Winkler und Prof. Dr. Dr. Ralf Koerrenz am Institut für Bildung und Kultur an der Friedlich-Schiller-Universität Jena
  • 12.2009-09.2010: Deutschkurs am Bildungsverein Hannover zur Studienvorbereitung
  • 01.2008-06.2009: Editor der Fachzeitschrift Bulletin of Educational Resources and Research (vol. 37-41). Taipei: National Institute of Educational Resources and Research (seit 2011 in der National Academy for Educational Research (NAER) integriert)
  • 10.2006-12.2007: Wehrdienst als Lehrer an der Shi-Young Junior High School: Leitung des Kurses "Kompetenz zum Lesen" und Verwaltung der Bibliothek der Schule
  • 06.2006: Masterarbeit: Luo-Xiang Chen (2006). [Sayling] Wen's town and talent member school project: idea and practice. (Betreuerin der Arbeit: Prof. Dr. Sophia Ming-Lee Wen an der National Taiwan Normal University, NTNU)
  • 07.2005: Stellvertretender Büroassistent bei Prof. Dr. Shen-Keng Yang am Institut für Erziehungswissenschaft
  • SS 2005: Stipendium für exzellenten Masterstudent der NTNU; Assistent des Verwaltungsbüros am Institut für Erziehungswissenschaft
  • WS 2004: Büroassistent bei Prof. Dr. Szu-Wei Yang am Institut für Erziehungswissenschaft
  • SS 2004: Büroassistent bei Prof. Dr. Guang-Ding Tang am Institut für Erziehungswissenschaft
  • WS 2003: Assistent des Verwaltungsbüros am Institut für Erziehungswissenschaft
  • 09.2003-06.2006: Masterstudium für Erziehungsphilosophie und Geschichte der Pädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft an der NTNU
  • 07.2002-07.2003: Praktikum als Lehrer an der National Tainan Industrial High School; Lehrzertifikat der "secondary teacher education" in Taiwan
  • 09.09.1997 - 06.2002 Secondary Teacher Education Program an der National Cheng Kung Uni-versity absolviert; Assistent des Verwaltungsbüros am Center of Teacher Education an der NCKU; Bachelorstudium für Aeronautics and Astronautics an der NCKU absolviert

Forschungsprojekt

Die Rezeption und Entwicklung der westlichen bzw. deutschen Pädagogik in Taiwan - Sichtweisen der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und der Kritischen Erziehungswissenschaft

Schon seit Langem werden im Bereich der allgemeinpädagogischen Forschung in Taiwan Ideen der westlichen Pädagogik rezipiert und eingeführt. Allerdings sind Forschungsergebnisse aus dem chinesischsprachigen Raum, die sich auf eigene traditionelle Quellen stützen, kaum in der Lage, zur Entwicklung der Allgemeinen Pädagogik beizutragen. Die bisherigen Leistungen von Vergleichsstudien zwischen der chinesischen und westlichen Pädagogik sind vor dem Hintergrund einer lebendigen chinesischen Kultur unbefriedigend. Diese Phänomene zeigen, dass der Wissenschaftsbereich der Allgemeinen Pädagogik und dessen Aufgaben, weder im chinesischsprachigen Raum noch weltweit genügend Beachtung findet.

In der vorliegenden Arbeit rekonstruiert der Autor einerseits für den chinesischsprachigen Raum, vor allem für Taiwan und China, entlang der Rezeption der westlichen Kultur eine Entwicklungsgeschichte des Bildungssystems und der philosophisch-pädagogischen Forschung. Andererseits setzt er sich mit dem aktuellen Zustand der allgemeinpädagogischen Forschung in Taiwan auseinander. Er möchte außer der Übernahme und der Umsetzung der abendländischen Allgemeinen Pädagogik sowie außer der vorhandenen Vergleichsstudien eine alternative Forschungsorientierung anstreben.

Auf Basis einiger bedeutender Forschungsergebnisse wird zunächst ein Stück Geschichte der Pädagogik (1895-1945) in Taiwan dargestellt. In Taiwan wurde unter japanischer Kolonialherrschaft zunächst das moderne Bildungssystem und die Unterrichtsmethode des Herbartianismus eingeführt. Später entfaltete sich in Taiwan der pädagogische Pragmatismus und die Kulturpädagogik durch die Japaner und die Taiwaner, vor allem Lin Mosei und Chén Féng-Yuán. 1935 wurde die pädagogische Forschung in Taiwan aufgrund des aufkommenden japanischen Ultranationalismus unterbrochen (Kapitel 2).

Aufgrund der vielfältigen geschichtlichen und politischen Ereignisse wird der Fokus der vorliegenden Dissertation auf die Bildungsreformen bzw. die Rezeption und Entwicklung der abendländischen Philosophie und Pädagogik in der Zeit von 1900 bis 1949, also während der späten Qīng-Dynastie, der 4.-Mai-Bewegung im weiteren Sinne und dem Zeitraum, in dem die allgemeinpädagogische Forschung in der Republik China durch zwei politische Ideologien unterdrückt wurde, gelegt. Der Autor ist der Meinung, dass die wissenschaftlichen Leistungen von Wáng Guó-Wéi, einer der frühesten allgemeinpädagogischen Forscher in China, in der Vergangenheit erziehungswissenschaftlich nicht objektiv bewertet wurden und dass die philosophisch-pädagogischen Forschungen von Zhāng Jūn-Mài, der die philosophischen Überlegungen von Eucken und Bergson übernahm und gleichzeitig als einer der Begründer des Neokonfuzianismus galt, offensichtlich ignoriert wurden. Dessen neokonfuzianistischen Überlegungen könnten eine alternative Richtung der allgemeinpädagogischen Forschung mindestens im chinesischsprachigen Raum andeuten (Kapitel 3).

Die allgemeinpädagogische Forschung in Taiwan von 1945 bis in die Gegenwart kann als ein Befreiungsprozess betrachtet werden. Diese Untersuchungen verdeutlichen, dass die Rezeption und Entwicklung der abendländischen Pädagogik in Taiwan während des Ausnahmezustandes sehr eingeschränkt waren. Sie war nicht in der Lage, rechtzeitig Kritik an der Geschichte, der Gesellschaft sowie der Erziehungswirklichkeit Taiwans zu üben. Heute jedoch haben die taiwanischen Forscher beste Chancen, den pädagogischen Reichtum chinesischer Tradition und die Entwicklung der allgemeinpädagogischen Forschung, bezogen auf den gesamten chinesischsprachigen Raum, aufzuzeigen und so zum Verständnis von Erziehung und Bildung des Menschen bzw. von Erziehungswissenschaft weltweit beizutragen (Kapitel 4).

Zudem werden in der Arbeit die Rezeption des Marxismus sowie die Unterbrechung und Rückschritte der pädagogischen Forschung in der Volksrepublik China im Zeitraum von 1950 bis 1980 dargestellt. Seit 1980 entwickelt sich die pädagogische Forschung in China vor allem im Rahmen des "Sozialismus chinesischer Prägung" (Kapitel 5).

Im Anhang bietet der Autor einen Auszug aus den Experteninterviews, die er mit sechs taiwanischen Erziehungswissenschaftlern führte.

aktuelle Forschung

  • Schriften und Artikel von Pädagogen im chinesischsprachigen Raum 1901-1949
  • Neokonfuzianismus in der Weltkultur? - Perspektive der Allgemeine Pädagogik und John W. Meyers Neoinstitutionalismus
  • Allgemeine Didaktik und Curriculum Development

Publikationen

Bevorstehend:
  • Luo-Xiang Chen (2016). The German General Didactics and Its Implications to Curriculum Development for Taiwan (Englischer Aufsatz). In Kerry J. Kennedy (Ed), European Didactics and Chinese Curriculum: Curriculum Thoughts in Dialogue (to be published by Routledge).
Mit englischem Abstract:
  • Luo-Xiang Chen (2015, under review). German Humanistic Educational Science Hunkers Down in Taiwan - With Prospects of Taiwanese Research of Educational Philosophy and History. Educational Review (chin: 高師大教育學刊).
  • Luo-Xiang Chen (2015, under review). What Kind of a Role Can Taiwanese Culture Play in the World Culture? -John W. Meyer's New Institutionalism and Its Implications for the Research of Education and Culture in Taiwan. Taiwan Journal of Sociology of Education.
  • Luo-Xiang Chen (2012). The "German Didactics" and Its Implications to Curriculum Development for Taiwan. Bulletin of The National Institute of Education Resources and Research, 54, 231-252.
  • Luo-Xiang Chen (2011). Development of Philosophy of Education in Taiwan-From the Perspectives of the Passing on from German Humanistic Pedagogy to Critical Pedagogy. Journal of Education of Taipei Municipal University of Education, 40, 193-214.
  • Luo-Xiang Chen (2006). Wen's town and talent member school project: idea and practice. (Masterarbeit)
In chinesischer Sprache:
  • Luo-Xiang Chen (2015). Rezension: Lukas Bischof, Ulrich Müller: "Auch das ist Hochschule?!" Neue Herausforderungen erfordern einen offenen Hochschulbegriff. CHE (Gütersloh) 2014. 32 Seiten. ISBN 978-3-941927-50-6. [In der elektronischen Fachzeitschrift General Education Online, 61 (chin: 通識在線,61)]
  • Luo-Xiang Chen (2006, Aug). On educational value of internet and information technology: The International Schools Cyber Fair 2006. Educational Resources and Research, 71, 204-205.
  • Luo-Xiang Chen (2006, June). A strategy: From the "first employment contract" and student movement 2006 in French. Educational Resources and Research, 70, 159-160.
  • Luo-Xiang Chen (2006, Apr). Repeal of "high school curriculum guidelines of information literacy". Educational Resources and Research, 69, 300.
  • Luo-Xiang Chen (2005, Dec). To reduce the digital gap an Education between urban and rural areas. Educational Resources and Research, 67, 138.